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Lernvideos – ein ersatz für die Lehrperson?

Heutzutage ist das Smartphone der ständige Begleiter des Menschen. Wir sind ständig mit dem Internet verbunden und der weltweite Datenverkehr wächst rasant. Immer schnellere Internettechnologien, sowie in den Handytarif eingebundene Datenvolumen, ermöglichen ein problemloses Ansehen von Online-Videos. Dieser Trend macht auch vor den Schulen nicht Halt und Erklärvideos werden immer populärer. Doch was genau macht diese Popularität von Lernvideos aus?

Jederzeit, im eigenen Tempo, so oft man will!

Ein großer Vorteil von Lernvideos ist die Unabhängigkeit von Zeit und Ort. Es steht einem frei, das Video jederzeit und wo immer man will anzusehen. Somit kann der tägliche Weg in die Arbeit, die Anreise in den Urlaub oder sogar die Zeit auf den Geräten im Fitnesscenter genutzt werden, um kurz diverse Lerninhalte aufzufrischen.

Ein weiterer positiver Faktor ist, dass Inhalte schneller abgespielt, übersprungen, wiederholt oder gestoppt werden können. Dies kommt natürlich dem individuellen Lerntempo besonders entgegen. In der Klasse muss man sich dem Tempo der Lehrperson anpassen; mit den Videos hat man die Möglichkeit sein eigenes Tempo zu wählen und ist dadurch nicht so leicht über- oder unterfordert und wesentlich motivierter.

Insbesondere das Ansprechen von mehreren Sinnen kann zusätzlich positiv hervorgehoben werden. Durch eigenständiges Lesen von Lehrbüchern oder Zuhören beim Frontalunterricht, wird nur ein Sinn aktiviert. Bei Lernvideos erfolgt durch die audiovisuelle Aufbereitung ein Ansprechen von mindestens zwei Sinnen. Durch aktives Mitarbeiten während des Videos kann sogar noch die Motorik als dritter Sinn aktiviert werden.

Bei all diesen Vorteilen stellt sich nun die Frage, ob die Lehrperson in einer Klasse überhaupt noch notwendig ist.

Die Mischung macht’s!

Selbst wenn durch den Einsatz von Videos das Lernen sehr individualisiert gestaltet werden kann, gibt es doch nicht nur Vorteile.

Damit sich ein Schüler oder eine Schülerin überhaupt mit einem Thema beschäftigt, braucht es sehr wohl Personen, die das Interesse wecken und einen überhaupt erst dazu anregen, sich näher mit einem Thema zu beschäftigen. Niemand würde sich vermutlich für Zinsberechnungen interessieren, wenn man nicht erklärt bekommt, dass es sehr wohl einen Unterschied macht, ob man einfache Zinsen oder Zinseszinsen bekommt.

Ein weiteres Manko ist, dass in Videos nicht wirklich auf Zwischenfragen reagiert werden kann und man nicht die Möglichkeit hat direkt mit der Lehrperson zu interagieren. Diese fehlende körperliche Präsenz wird von manchen eher negativ wahrgenommen, insbesondere aufgrund der fehlenden menschlichen Komponente.

Somit kann abschließend zusammengefasst werden, dass Online-Erklärvideos zwar zur Qualität des Unterrichts und zur Methodenvielfalt beitragen können, jedoch nicht immer für jede Person in jeder Lebenssituation geeignet sind. Gerade für Berufstätige sind Videos allerdings eine ideale Hilfe, um große Mengen an Stoff leichter bewältigen zu können.